1 Jahr Erfahrung mit dem Varroa-Controller

varroa-controllerIch möchte einen kurzen Überblick ĂŒber den praktischen Einsatz des Controllers geben. Durch den Verleih des GerĂ€tes gab es außer einem fast Unbelehrbaren keine Probleme mit den Imkern. Das Angebot das GerĂ€t zur Arbeitsstelle mit nach Darmstadt zu nehmen, konnte auch der Anfahrtsweg reduziert werden. Somit wurde das GerĂ€t an insgesamt 22 Tagen in Gebrauch genommen. Das ist meiner Meinung nach noch zu gering. Zum Preis von 10 Euro/Tag ist der Einsatz finanziell zu stemmen; berĂŒcksichtigt man noch die Bereitstellung von Dest.-Wasser und KĂŒchenrollen. Auch der Transport sollte kein Problem darstellen, denn es stehen 2 Auffahrrampen zur VerfĂŒgung, ĂŒber die das GerĂ€t einfach in das Auto gerollt wird (Kombi). Bei insgesamt 4 VortrĂ€gen in Ortsvereinen und im Kreisverein wurde das GerĂ€t und die Wirkweise vorgestellt.
 

Bei den Völkern wurde eine 3malige Behandlung durchgefĂŒhrt. Die erste am 27. MĂ€rz, die zweite Anfang Juli und die dritte am 30. September. In einem Jahr mit verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenig Milben zeigte sich trotzdem ein stĂ€rkerer Virenbefall mit verkrĂŒppelten (DVW) FlĂŒgeln. Die letzte Behandlung hĂ€tte meiner Meinung nach frĂŒher erfolgen mĂŒssen/sollen. Dabei ist natĂŒrlich das Umfeld der BienenstĂ€nde entscheidend und muss berĂŒcksichtigt werden. Im Zeitraum von 14 Tagen nach der letzten WĂ€rmebehandlung fielen bei diesen Völkern insgesamt 778 Milben, am wenigsten 76 Milben, am meisten 232 Milben. Was mich immer wieder ĂŒberraschte: alle Milben sind tot. Es gibt nicht eine die noch zappelte. Die weitere tĂ€gliche AuszĂ€hlung bis 3. November (also mehr als 4 Wochen) brachte dann weitere 302 tote Milben. Eine Restentmilbung im hoffentlich bald brutfreien Volk sollte folgen.
 

Fazit: die WĂ€rmebehandlung ist eine gute Lösung im Trachtzeitraum wenn noch keine AmeisensĂ€ure angewendet werden kann. Im zeitigen FrĂŒhjahr (Ende MĂ€rz-Anfang April) stellt eine mögliche Wintermilben-Reduzierung dar. Bei einer 2. Behandlung im Juli am Heimstand wurden bei 9 Völkern die Königinnen in die Duo-Waben gesperrt und diese 18 Waben nach 10 Tagen wĂ€rmebehandelt. Diese Waben wurden aber nicht in die Völker zurĂŒckgegeben sondern als Ableger mit Bienen und einer Königin erstellt. In den nĂ€chsten 14 Tagen fielen ca. 1000 Milben auf die Windel. FĂŒr 9 Völker nicht viel. Da davon ausgegangen wird, dass 20 % der Milben sich auf den Jungbienen befinden wĂŒrde es sich anbieten zusĂ€tzlich mit 15 % MichsĂ€ure vor dem Abkehren die Brutwaben einzusprĂŒhen. Es ist zwar etwas mĂŒhsamer die Bienen dann von den Waben herunter zu bekommen, aber auch dadurch werden die Milben reduziert.
Leider bekam ich nur 2 RĂŒckmeldungen von Kollegen die die Behandlung machten. Beide waren der Meinung, dass es wenig brĂ€chte.
Ich habe aber festgestellt, dass allein mit der WĂ€rmebehandlung das Überleben der Völker gesichert ist. Eine MilchsĂ€urebehandlung am 24. Dezember ließ (im fast brutfreien Volk) nach einer Woche zwischen 20 und 40 Milben, mit einem Ausreißer von 100 Milben auf die Windeln fallen.
 

Wolfgang SchÀfer

3 thoughts on “1 Jahr Erfahrung mit dem Varroa-Controller

  • 21. MĂ€rz 2016 um 15:05
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    Im letzten Jahr wurde von mir der vom Kreisverein angeschaffte Varroakontroller Ende MĂ€rz getestet.
    Hierbei wurden 12 Völker an 3 Standorten behandelt, was die HĂ€lfte meiner Völker entspricht, damit hatte ich eine Vergleichsgruppe. Die Völker hatten zwischen 4 – 6 Brutwaben wobei bei den zweirĂ€umigen Völker auf die Entnahme von kleinen Brutecken (200 bis 400 Zellen) im unteren Raum verzichtet wurde. Der Controller selbst ist sehr gut konstruiert und von der Handhabung sehr gut zu bedienen. Er fasst 18 Waben, was bei 12 behandelten Völker 3 Behandlungen notwendig machte. Die Behandlung benötigt eine erhebliche Zeit. Der Controller muss vor Beginn eine Stunde aufgeheizt werden und die Behandlung im Controller selber dauert zwei Stunden, so benötigte ich fĂŒr die Behandlung 1 Âœ Tage. Nach der Behandlung befanden sich am Boden und auf der Wabe einzelne Ă€ltere Maden, welche anscheinend aus den Zellen gekrochen sind. Auch waren wenige geschlĂŒpfte Bienen dabei. Die Waben wurden wieder in die entsprechenden Völker zurĂŒck gegeben und die Diagnoseschublade eingeschoben.
    Die erste Varroakontrolle nach 5 – 6 Tagen ergab bei drei Völkern etwa 20 – 30 Milben bei den restlichen Völker 3 – 5 Milben, diese 3 – 4 Milben entsprechen in etwa dem natĂŒrlichen Varrofall. Dies bedeutet, dass eine mĂ€ĂŸige Varroawirksamkeit gegeben ist, welche nur bei stĂ€rker befallenen Völkern eine nennenswerte Varroreduzierung zeigt. SpĂ€tere Diagnosen ergaben keine stĂ€rkeren Varroafabfall.
    Zu meiner Überraschung stellte ich bei den schwĂ€cheren einrĂ€umigen behandelten Völkern eine Verzögerung (3 -4 Wochen) der Volksentwicklung im Vergleich zu den Vergleichsvölkern fest. Dies bedeutete ein Teilausfall der FrĂŒhtracht bei diesen Völker. Ein vermehrter Totenfall oder AusrĂ€umen von Brut konnte ich nicht beobachten.
    Fazit:
    Die Behandlung funktioniert eingeschrÀnkt, eine nennenwerte Varroareduzierung ist nur bei starkem Befall festzustellen. Der Zeitaufwand sehr erheblich und es erfolgt wahrscheinlich eine SchÀdigung der Brut.
    FĂŒr mich macht eine Behandlung mit dem Varroa-Controller nur im FrĂŒhjahr wenn vor Trachtbeginn mit anderen Methoden nichts mehr zu machen ist und bei hohem Befallsdruck vielleicht Sinn.
    Wenn ich auch von der Behandlung mit dem Varroa-Controller enttĂ€uscht bin, halte ich es fĂŒr wichtig Alternativen zu suchen. Denn die bissherigen Behandlungen und dies gilt besonders fĂŒr die Winterbehandlung gegen die Varroa werden durch den globalen Temeraturanstieg und dadurch bediengt der kurzen oder nicht mehr vorhandenen Brutpause immer schwieriger.

    Gerhard Heil
    IV Groß-Umstadt

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  • 12. Juni 2017 um 10:33
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    Ich fĂ€nde es schön, wenn man die Versuche mit neuer und teurer Technik den Landesinstituten ĂŒberlĂ€sst. DafĂŒr sind sie schließlich da. Eindeutige Ergebnisse und Empfehlungen gibt es da meines Wissens noch nicht (es geht meist in die Richtung: manchmal funktioniert’s und manchmal nicht).
    Schade um das Geld.

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    • 12. Juni 2017 um 11:11
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      Lieber Herr Gauder,
      da haben Sie vollkommen Recht, Versuchsreihen mit neuer Technik sollten den Landesinstituten ĂŒberlassen bleiben. Der Varroa-Kontroller, welcher nach dem Prinzip der Hyperthermie funktioniert, ist jedoch ein geprĂŒfter und sinnvoller Ansatz der Varroa-Behandlung (siehe zu diesem Theme z.B. auch den Bericht im „Deutschen Bienenjournal“ (01/17), bei dem verschiedene Hyperthermie-GerĂ€te verglichen wurden). Die hier aufgefĂŒhrten Meinungen sollen lediglich die persönlichen Erfahrungen der einzelnen Imker mit dem GerĂ€t abbilden. Durch das sich verĂ€ndernde Klima mĂŒssen wir uns alle mit neuen Behandlungskonzepten auseinander setzen, wie z.B. der Brutentnahme, dem Bannwabenverfahren oder der kĂŒnstlichen Brutunterbrechung (siehe dazu http://www.kreisimker.de/neue-methoden-der-varroa-behandlung/). Die Hyperthermie kann hierzu eine sinnvolle ErgĂ€nzung sein.

      Cosima Joergens

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